a faint cold fear thrills through my veins ... william shakespeare

petros markaris & kostas charitos

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where

Athen  ·  Griechenland

when

1995 …

writing

Petros Markaris (*1937)

acting

Kostas Charitos, Mordkommission von Athen

background

Kostas Charitos, verheiratet und Vater einer Tochter, ist der Leiter der Mordkommission in Athen. Im Laufe seiner Karriere hat er es mit vielen Mordfällen zu tun bekommen, die er trotz aller Versuche seiner Vorgesetzten, jede Ermittlung zu unterbinden, die einem wichtigen Würdenträger oder Wirtschaftsführer zu nahe kommen könnte, mit der gebotenen Sorgfalt bearbeitet. Vielleicht ist das der Grund, warum Charitos’ Karriere an ihrem Ende angelangt ist. Abgesehen von der finanziellen Seite scheint es ihm egal zu sein, denn er liebt seinen Job und verabscheut Schreibtischarbeit. Im übrigen ist der Umgang mit Bürokratie, Korruption, politischen Intrigen und dem Verwaltungsdschungel sein täglich Brot und er weiß, wie man sich in diesem Chaos zurechtfindet.

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Costas Haritos, married with a daughter, is the head of the murder squad in Athens. During his career he is dealing with lots of murder cases which he works on with due diligence despite all attempts of his superiors to inhibit any investigation coming too close to any important dignitary or business leader. Maybe that’s the reason why Haritos’ career has come to an end. Apart from the financial part he doesn’t seem to care because he loves his job and loathes desk work. Otherwise dealing with bureaucracy, corruption, political influences of any color and the jungle of administration is his daily business and he knows how to navigate the chaos.

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series

  1. Hellas Channel (2000)
  2. Nachtfalter (2001)
  3. Live! (2004)
  4. Der Großaktionär (2007)
  5. Die Kinderfrau (2009)
  6. Faule Kredite (2011)
  7. Zahltag (2012)
  8. Abrechnung (2013)
  9. Zurück auf Start (2015)
  10. Offshore (2017)
  11. Drei Grazien (2018)
  12. Zeiten der Heuchelei (2020)
  13. Das Lied des Geldes (2021)
  14. Verschwörung (2022)
  15. Aufstand der Frauen (2024)
  16. Zorn der Verlierer (2026)

(English: only vintage)

originally written in

griechisch / Greek


Marlowe thinks …

English

Nicht ohne Kaffee und Croissant

Kostas Charitos ist Kriminalkommissar und Leiter eines Teams, das Mordfälle (und andere Schwerverbrechen) in Athen untersucht. Er macht seine Arbeit gut und hat eine hohe Aufklärungsrate. Dennoch scheint er schon seit einigen Jahren am Ende seiner Karriere angekommen zu sein, obwohl er noch nicht pensionsreif ist. (Zu Beginn der Serie dürfte er so etwa Mitte bis Ende vierzig sein; in den folgenden Romanen altert er vielleicht um etwa zehn Jahre, was nicht parallel zu den Veröffentlichungen geschieht.)

Was macht Charitos falsch? Er ist immer bemüht, seine Fälle aufzuklären- und dabei nimmt er keine Rücksichten. Er sucht die Wahrheit, den Täter … und es spielt für ihn keine Rolle, wer es ist. Im Dschungel der griechischen Bürokratie, zwischen Großindustriellen und erfolgreichen Mittelständlern und im politischen Sumpf macht sich niemand beliebt, der nicht bereit ist, sich tannend wann einfach zurückzulehnen, nur ruhig zuzuschauen, sich zurückzuhalten, zu schweigen, Ruhe zu geben … Natürlich ist Charitos unbestechlich.

Charitos hat zu Beginn seiner Laufbahn bei der Polizei noch das Obristenregime erlebt und für die Junta gearbeitet, wenn auch nur im Fußvolk. Inzwischen steckt Griechenland in Schwierigkeiten, rutscht von einer wirtschaftliche Krise in die nächste, die Arbeitslosigkeit auch unter jungen Akademikern, zu denen auch Charitos Tochter zählt, ist hoch – es sieht so aus, dass der griechische Staat kurz vor dem Zusammenbruch steht. Erst in den letzten Bänden der Serie wird es wieder heller am Horizont.

Charitos Ermittlungen spielen immer vor dem Hintergrund der griechischen Staatsmisere. Ihre Auswirkungen auf das tägliche Leben werden in die Romane eingearbeitet, wobei es sowohl die armen als auch die reichen Griechen trifft – und natürlich den breiten Mittelstand der Bevölkerung. Allen gemeinsam ist, dass eigentlich überall und immer ein gewisser Geschäftssinn vorhanden ist, der manchmal seltsame Blüten treibt und zu mehr oder weniger schweren Verbrechen führt, die manchmal sogar auf Charitos Schreibtisch landen.

Wie sieht Charitos Leben aus? Morgens begibt er sich in sein Büro und genießt erst einmal einen Kaffee und ein Croissant. Dann widmet er sich der Zeitungslektüre, wird vielleicht zu seinem Chef gerufen – oder er arbeitet mit seinem Team an einem Fall. Dann allerdings verteilt er gern Aufgaben und sucht für sich selbst eine lukrative Beschäftigung aus. Er hat einen Riecher für die Lösung, auch wenn die manchmal lange aus sich warten lässt.

Manchmal gibt es ein Mittagessen, manchmal auch nicht. Charitos kann sicher sein, dass seine Frau Adriani für ihn immer ein leckeres Abendessen zubereitet hat. Adriani kann hervorragend kochen. In den ersten Romanen – 90er Jahre – ist das Verhältnis zwischen Kostas und Adriani unterkühlt. Kostas verhält sich oft wie ein Macho. Später relativiert sich dies alles … Kostas entpuppt sich als liebender Familienvater und respektiert Adriani.

Die Romane sind in der Ichform geschrieben: Kostas Charitos erzählt von Anfang bis Ende alles aus seiner Sicht. Bewundernswert ist seine detaillierte Kenntnis von Athen und dem Athener Straßenlabyrinth, das er immer wieder meistert.

Charitos spezielle Sorge gilt seiner Tochter Katerina, die zur Juristin heranreift. Er und seine Frau tun alles für ihr einziges Kind. Schließlich stößt Fanis, ein Mediziner, hinzu, der als Schwiegersohn nach einer ganzen Weile akzeptiert wird. Charitos kleines Universum wächst im Laufe der Serie weiter: da ist die Kanzleipartnerin von Katerina und deren Mann, da ist Sissis, ein Altkommunist, den Charitos noch aus den Zeiten der Junta kennt. Damals gehörte Sissis zu den politischen Häftlingen und Charitos zu den Bewachern. In den letzten Romanen segeln sie alle gemeinsam durch die Kriminalfälle.

Natürlich beginnt alles immer mit einer Leiche. Auch wenn es auf den ersten Blick manchmal nicht so scheint, handelt es sich um Mord. Und es folgen immer weitere Leichen. Charitos kämpft sich durch. immer wieder gibt es Bekennerschreiben zu einzelnen Toten – Bekennerschreiben, die von ominösen griechischen Vereinigungen stammen. Diese Vereinigungen töten oder lassen töten, wie es scheint. Charitos deckt immer auf, wer am Ende die Fäden zieht und erfährt, dass oft ganz private Gründe der Auslöser sind. Und natürlich stößt Charitos hier immer wieder auf die Verfilzung von Politik und Wirtschaft, die ihre ganz eigenen Interessen verfolgt und sich des Staatsapparats nach Belieben bedient.

…und übrigens: Charitos einziges Hobby ist es, in Lexika zu lesen.

Each Morning … Coffee and Croissant

Kostas Charitos is a detective inspector and head of a team that investigates murders (and other serious crimes) in Athens. He does his job well and has a high success rate. However, he seems to have reached the end of his career some years ago, although he is not yet ready to retire. (At the beginning of the series he is probably in his mid to late forties; in the following novels he ages by perhaps ten years or so, which does not happen in parallel with the publications).

What does Charitos do wrong? He always endeavours to solve his cases – and he doesn’t show any consideration of … whoever. He seeks the truth, the perpetrator … and it doesn’t matter to him who it is. In the jungle of Greek bureaucracy, between big industrialists and successful small and medium-sized businesses and in the political quagmire, no-one is popular unless they are prepared to sit back and watch, to keep quiet, to remain silent, to give up … Of course Charitos is incorruptible.

At the beginning of his career in the police force, Charitos experienced the Colonels’ Regime and worked for the junta, albeit only in the rank and file. Meanwhile, Greece is in trouble, sliding from one economic crisis to the next, unemployment is high even among young academics, including Charitos’ daughter – it looks like the Greek state is on the verge of collapse. It is only in the final volumes of the series that things brighten up again on the horizon.

Charito’s investigations are always set against the backdrop of the Greek state crisis. Its effects on everyday life are incorporated into the novels, affecting both poor and rich Greeks – and of course the broad middle class of the population. What they all have in common is that there is always a certain business acumen everywhere, which sometimes takes on strange forms and leads to more or less serious crimes, which sometimes even end up on Charito’s desk.

What does Charito’s life look like? In the morning, he goes to his office and first enjoys a coffee and a croissant. Then he devotes himself to reading the newspaper, perhaps he is called in to see his boss – or he works on a case with his team. In this case, however, he likes to hand out tasks and choose a lucrative job for himself. He has a nose for a solution, even if it sometimes takes a long time.

Sometimes there’s lunch, sometimes not. Charitos can rest assured that his wife Adriani has always prepared a delicious dinner for him. Adriani is an excellent cook. In the first novels – in the 90s – the relationship between Kostas and Adriani is undercooled. Kostas often behaves like a macho man. Later, this is all put into perspective … Kostas turns out to be a loving family man and respects Adriani.

The novels are written in the first person: Kostas Charitos tells everything from start to finish from his own point of view. His detailed knowledge of Athens and the Athenian street labyrinth, which he masters time and again, is admirable.

Charitos is particularly concerned about his daughter Katerina, who is maturing into a lawyer. He and his wife do everything for their only child. Eventually they are joined by Fanis, a doctor, who is accepted as their son-in-law after quite a while. Charitos’ small universe continues to grow over the course of the series: there is Katerina’s law firm partner and her husband, there is Sissis, an old communist whom Charitos remembers from the days of the junta. Back then, Sissis was one of the political prisoners and Charitos was one of the guards. In the last novels, they all sail through the criminal cases together.

Of course, everything always starts with a dead body. Even if it sometimes doesn’t seem like it at first glance, it’s a murder. And more and more bodies follow. Charitos fights his way through. Again and again there are letters of confession for individual deaths – letters of confession that come from ominous Greek organisations. These organisations kill or have people killed, it seems. Charitos always uncovers who is pulling the strings in the end and learns that very private reasons are often the trigger. And, of course, Charitos repeatedly comes up against the entanglement of politics and business, which pursue their very own interests and use the state apparatus at will.

… and by the way: Charitos’ only hobby is reading encyclopaedias.

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