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where
Santa Teresa (fictive) · California · USA
when
1982 – 1989
writing
Sue Crafton (*1940 †2017)
acting
Kinsey Millhone, Private Investigator
background
During the 80s Kinsey Millhone earns her living as a PI in Santa Teresa in Southern California, near Los Angeles – this choice of profession alone is a sign of courage. She doesn’t roll in money, but there are again and again cases which start slowly and seem to be small-fry affairs, but suddenly there is an explosion of violence, corpses pile up, crime floods in … At the end Kinsey always survives – even if more or less injured – and is happy having hit the spot and supported law and order resp. rescued the innocent.
In den 80er Jahren verdient Kinsey Millhone ihren Lebensunterhalt als Privatdetektivin in Santa Teresa in Südkalifornien, nahe Los Angeles – schon allein diese Berufswahl zeugt von Mut. Sie schwimmt zwar nicht in Geld, aber es gibt immer wieder Fälle, die ganz unschuldig beginnen und scheinbar eine Kleinigkeit sind, aber plötzlich kommt es zu einer Explosion der Gewalt, Leichen stapeln sich, das Verbrechen überrollt alles … Am Ende überlebt Kinsey immer – wenn auch mehr oder weniger verletzt – und ist froh, das Richtige getan und für Recht und Ordnung gesorgt bzw. Unschuldige gerettet zu haben.
series
- “A” Is for Alibi (1982)
- “B” Is for Burglar (1985)
- “C” Is for Corpse (1986)
- “D” Is for Deadbeat (1987)
- “E” Is for Evidence (1988)
- “F” Is for Fugitive (1989)
- “G” Is for Gumshoe (1990)
- “H” Is for Homicide (1991)
- “I” Is for Innocent (1992)
- “J” Is for Judgment (1993)
- “K” Is for Killer (1994)
- “L” Is for Lawless (1995)
- “M” Is for Malice (1996)
- “N” Is for Noose (1998)
- “O” Is for Outlaw (1999)
- “P” Is for Peril (2001)
- “Q” Is for Quarry (2002)
- “R” Is for Ricochet (2004)
- “S” Is for Silence (2005)
- “T” Is for Trespass (2007)
- “U” Is for Undertow (2009)
- “V” Is for Vengeance (2011)
- “W” Is for Wasted (2013)
- “X” (2015)
- “Y” Is for Yesterday (2017)
- Nichts zu verlieren. A wie Alibi. (2014 – aktuelle Version)
- In aller Stille. B wie Bruch.
- Abgrundtief. C wie Callahan.
- Ruhelos. D wie Drohung.
- Kleine Geschenke. E wie Eigennutz.
- Sie kannte ihn flüchtig. F wie Fälschung.
- Hoher Einsatz. G wie Galgenfrist.
- Dunkle Geschäfte. H wie Hass.
- Dringender Verdacht. I wie Intrige.
- Stille Wasser. J wie Jagd.
- Frau in der Nacht. K wie Killer.
- Letzte Ehre. L wie Leichtsinn.
- Goldgrube. M wie Missgunst.
- Kopf in der Schlinge. N wie Niedertracht.
- Gefährliche Briefe. O wie Opfer.
- Tödliche Gier. P wie Panik.
- Totenstille. Q wie Quittung.
- Ausgespielt. R wie Rache.
(Deutsche Ausgaben nur antiquarisch!)
originally written in
English

Marlowe thinks …
A Woman with Principles
Kinsey Millhone may be a daughter of Lew Archer and a granddaughter of Philip Marlowe. Both are classic Californian private detectives based in the area of Los Angeles, lone wolves, disappointed from life, their past and all the evil they’ve encountered. At the same time they are still convinced of law and order and the need for clearing up the last details of all their cases – and they are tough guys, very tough.
So we are now in the 80s and the private investigator is female. The ambience has changed: Kinsey is less busy with very rich clients although there are lots of influential people populating her cases and making life difficult for her. All her cases seem a little less clean with sharp edges than the crimes her forerunners investigated – it’s more a mess when Kinsey starts and ends – of course in the 80s (after the rebellious 70s) society has changed dramatically and all is more grey than black and white.
Nevertheless Kinsey is also a tough guy.
After starting a career at the police of Santa Teresa she quits for an investigation job at an insurance company which leads to self-employment as a PI. Her life is quite simple and low because she hasn’t money to spend beyond her bare necessities. However, this fits into her philosophy. She likes her small office and her small apartment – and she isn’t desirous of lots of clothes, expensive clothes and exquisite make-up or simply an expensive lifestyle.
In general she wears jeans and T-shirts, maybe a blazer on top – for special occasions she own a dress, a little black dress. She likes fast food – no problem to dig into any big Hamburger.
Every now and then there is a man who stays overnight, but Kinsey has no ambition to get married for a 3rd time. So men are friends and occasional bedfellows.
Kinsey’s passion is to investigate. If there is a case she cannot stop until all is open to broad daylight, even if this does damage to her and mostly her income. She is tough and enters each combat, even if this leads to bruises, gunshot wounds, fractured bones … sometimes the isn’t far from dying. At the end she is only satisfied when all wrongdoers are prosecuted or dead. So there isn’t much spare time for a private life.
In general Kinsey’s cases start with some very innocent request like looking for a missing loved one or asked to deliver a package, a cheque … or whatever. A simple job, thinks Kinsey, it’s easy money, however, soon all hell breaks loose. People like to lie, even to the PI they engaged. Nobody seems innocent anymore, nobody seems to be whatever he or she pretended to be … a corpse emerges, maybe even from the past – or more corpses lie up. Suddenly Kinsey finds herself amid a net of lies and deception and seems to be the focal point for the culprit.
… and there is always a clash of violence and action to end any report that Kinsey writes for herself, her office files or the police.
For almost a decade Kinsey is active: there are 25 cases. (The 26th case is unfinished because the author died and there was no encouragement to finalize the last case by help of whoever – the author vetoed definitely.)
Kinsey Millhone made history – the first female PI following Marlowe and Archer while imbedding the cases in the social environment and conditions of the 80s.
Trust me: the novels are interesting and spirited even nowadays – worth reading.
Eine Frau mit Grundsätzen
Kinsey Millhone erscheint wie eine Tochter von Lew Archer und eine Enkelin von Philip Marlowe. Beide sind die klassischen, kalifornischen Privatdetektive, aktiv in der Umgegend von Los Angeles, einsame Wölfe, enttäuscht vom Leben, ihrer Vergangenheit und all dem Bösen, das sie kennengelernt haben. Gleichzeitig sind sie immer noch von Recht und Ordnung und der Notwendigkeit überzeugt, ihre Fälle bis in die letzten Eckchen aufzuklären – und sie sind harte Kerle, sehr harte, coole Kerle.
Wir sind also jetzt in den 80er Jahren und die Privatdetektivin ist weiblich. Das Ambiente hat sich verändert: Kinsey hat weniger mit sehr reichen Klienten zu tun, obwohl es viele einflussreiche Leute gibt, die in ihre Fälle irgendwie verwickelt sind und Kinsey das Leben schwer machen. Alle ihre Fälle scheinen jedoch etwas weniger sauber und glatt geschliffen zu sein als die Verbrechen, die ihre Vorgänger untersuchten – es ist eher immer ein mehr oder weniger großes Durcheinander, wenn Kinsey aktiv ist. Natürlich hat sich die Gesellschaft in den 80er Jahren (nach den rebellischen 70er Jahren) dramatisch verändert und alles ist inzwischen eher grau als schwarz-weiß.
Aber auch Kinsey ist ein harter, cooler Kerl.
Nachdem sie zuerst eine Karriere bei der Polizei von Santa Teresa begonnen hat, kündigt sie für einen Ermittlungsjob bei einer Versicherungsgesellschaft, der sie in die Selbstständigkeit als Privatdetektivin führt. Ihr Leben ist recht einfach und bescheiden, denn sie hat kein Geld, das sie über das Nötigste hinaus ausgeben könnte. Aber das passt zu ihrer Philosophie. Sie mag ihr kleines Büro und ihre kleine Wohnung – und sie hat keine Lust auf viele Klamotten, teure Kleidung und exquisites Make-up oder insgesamt einen kostspieligen Lebensstil.
Im Allgemeinen trägt sie Jeans und T-Shirts, vielleicht einen Blazer darüber – für besondere Anlässe besitzt sie ein Kleid, ein kleines Schwarzes. Sie mag Fast Food und hat nie ein Problem, einen deftigen Hamburger runterzuschlingen.
Ab und zu bleibt ein Mann über Nacht, aber Kinsey hat keine Ambitionen, ein drittes Mal zu heiraten. Die Männer sind also Freunde und gelegentliche Bettgenossen – mehr nicht.
Kinseys Leidenschaft ist es, zu ermitteln. Wenn es einen Fall gibt, kann sie nicht aufhören, bis alles ans Tageslicht kommt, auch wenn das ihr und vor allem ihrem Einkommen schadet. Sie ist zäh und nimmt jeden Kampf auf, auch wenn das zu blauen Flecken, Schusswunden, gebrochenen Knochen … führt. Manchmal ist sie nicht weit vom Tod entfernt. Am Ende ist sie erst zufrieden, wenn alle Übeltäter angeklagt werden oder tot sind. Da bleibt nicht viel Zeit für ein Privatleben.
In der Regel beginnen Kinseys Fälle mit einer ganz harmlosen Anfrage, wie der Suche nach einem vermissten Angehörigen oder der Bitte, ein Paket, einen Scheck … oder was auch immer abzuholen oder zu liefern. Ein einfacher Job, denkt Kinsey, leicht verdientes Geld, doch bald danach bricht die Hölle los. Die Leute lügen gerne, sogar gegenüber einem Privatdetektiv, den sie engagiert haben. Niemand scheint mehr unschuldig zu sein, niemand scheint das zu sein, was er oder sie vorgibt zu sein … eine Leiche taucht auf, vielleicht sogar aus der Vergangenheit. Die nächste Leiche … Plötzlich findet sich Kinsey in einem Netz aus Lügen und Täuschung wieder und scheint im Fokus des Täters zu stehen, der sie aus dem Weg räumen will.
… und jeder Bericht, den Kinsey für sich selbst, ihre Akten oder die Polizei schreibt, endet damit, dass es eine Explosion von Action und Gewalt gibt.
Über fast ein Jahrzehnt ist Kinsey aktiv: Es gibt 25 Fälle. (Der 26. Fall ist unvollendet, weil die Autorin gestorben ist und sie nicht wollte, dass ein anderer ihren Roman zu Ende führt.)
Kinsey Millhone hat Geschichte geschrieben – die erste weibliche Privatdetektivin in der Nachfolge von Marlowe und Archer, deren Fälle in das soziale Umfeld und die Bedingungen der 80er Jahre einbettet sind.
Glaubt mir: Die Romane sind auch heute noch interessant, lebendig und lesenswert.
