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Source: pixabay
where
Lübeck · Schleswig-Holstein · Deutschland
when
2004 … (Die Handlung selbst erstreckt sich über ca. 8-9 Jahre.)
writing
Eva Almstädt (*1965)
acting
Kriminalkommissarin Pia Korritki, Mordkommission Lübeck
background
Pia Korritki, alleinerziehende Mutter mit Beziehungsproblemen, arbeitet in der Mordkommission, eine von Männern dominierte Abteilung, in der sie einen schweren Stand hat, aber sie beißt sich durch, ermittelt und hat Erfolge – was den Umgang mit den Kollegen auch nicht einfacher macht. Ihr Aufgabenbereich erstreckt sich von Lübeck entlang an der Ostseeküste und führt sie oft in kleine Dörfer mit verschlossenen Dorfbewohnern, die jahrzehntealten Familienfehden frönen oder die Augen wissentlich vor dem Bösen verschließen – und es geschieht viel Böses in der Einsamkeit der Ostseeküste.
Pia Korritki, a single mother with relationship problems, works in the homicide squad, a male-dominated department where she has a hard time, but she perseveres, investigates and succeeds – which does not make dealing with her colleagues any easier. Her remit stretches from Lübeck along the Baltic coast and often takes her to small villages with secretive villagers who indulge in decades-old family feuds or knowingly close their eyes to evil – and a lot of evil happens in the solitude of the Baltic coast.
series
- Kalter Grund (2004)
- Engelsgrube (2006)
- Blaues Gift (2007)
- Grablichter (2008)
- Tödliche Mitgift (2009)
- Ostseeblut (2010)
- Düsterbruch (2011)
- Ostseefluch (2012)
- Ostseesühne (2014)
- Ostseefeuer (2015)
- Ostseetod (2016)
- Ostseejagd (2017)
- Ostseerache (2018)
- Ostseeangst (2019)
- Ostseegruft (2020)
- Ostseefalle (2021)
- Ostseekreuz (2022)
- Ostseenebel (2023)
- Ostseefinsternis (2024)
- Ostseedämmerung (2025)
- Ostseehölle (2026)
Sorry no English version!
originally written in
German

Marlowe thinks …
Eine junge Frau, eine Männerwelt und die düsteren Geheimnisse der einsamen Ostseeküste
An der Ostseeküste ist viel los und die Kripo aus Lübeck hat immer alle Hände voll zu tun – also sollte man meinen, dass jede Verstärkung des Teams mit Begeisterung begrüßt wird. Dies ist aber leider nicht so, wie Pia Korritki, zugegebenermaßen noch recht jung, am eigenen Leib erfahren muss, denn sie ist nur eine Frau. Die Kriminalpolizei, speziell die Mordkommission, ist eine Männerdomäne, wie offensichtlich alle Kollegen meinen – und Frauen sollten sich eher mit Akten ablegen, Protokolle schreiben und Kaffee machen beschäftigen.
Pia sieht das anders und bleibt immer am Ball: koste es, was es wolle. Ob Leichen auf einem alten Bauernhof auftauchen, an einem See angespült werden oder von Schiffen über Bord gehen, Pia möchte immer mitmischen und streckt sich zur Decke, um mit den großen Jungs spielen zu dürfen. Das hat natürlich seinen Preis.
Ich möchte zuerst etwas über den Ablauf der Serie sagen. Pia Korritki arbeitet sich seit mittlerweile etwa acht bis neun Jahren durch die Ostseelandschaft und ihre Kriminalfälle. Publiziert wurden die Romane über einen Zeitraum von etwa 20 Jahren. Also liegt zwar eine Chronologie vor, aber in den Romanen laufen die Uhren etwas langsamer.
Pias Probleme mit den männlichen Kollegen erweisen sich als zäh und andauernd. Der Chauvinismus ist in voller Blüte, als sie als Kriminaloberkommisarin in Lübeck beginnt. Auch ihre ersten Ermittlungserfolge ändern nur wenig. Sie wird recht schnell zur Kriminalhauptkommissarin befördert – ich denke, von diesem Zeitpunkt an wird es für sie in der Männerwelt etwas leichter.
Schließlich wird ihr ein paar Jahre später sogar die Leitung des Dezernats angeboten, was sie aber aus privaten Gründen ablehnt. Womit wir beim äußerst interessanten Privatleben von Pia Korritki wären.
Wie hat das alles angefangen?
Mit siebzehn, achtzehn arbeitet Pia als Au-pair in Portugal und verliebt sich in einen Polizisten aus Deutschland. Sie kehrt nach Deutschland zurück und beginnt eine Ausbildung bei der Polizei. Schließlich startet sie mit Mitte zwanzig in Lübeck bei der Kriminalpolizei durch: gleich in der Mordkommission.
In den nächsten Jahren laufen ihr einige Männer über den Weg, manche aus der Polizeiwelt, manche nicht. Pia verliebt sich, Pia schwärmt, Pia hat One-Night-Stands und Pia bekommt ein Kind, einen Sohn, Felix. Sie wird zur alleinerziehenden Mutter, deren Beruf es für sie nicht gerade einfach macht, sich immer um ihren kleinen Sohn so kümmern zu können, wie sie es gern tun würde. Pia muss immer wieder die Balance zwischen ihrem fordernden Beruf und ihrem aufreibenden Privatleben suchen, aber sie findet sie auch. Zu Beginn pflegt sie zwar noch ihr Hobby Malerei, aber später geht das wohl zugunsten Felix unter.
Mit Felix’ Vater verbindet sie eher Freundschaft, aber keine Liebe. Die beiden werden also niemals ein Paar. Schließlich lernt sie jemanden kennen, den sie liebt und der sie und ihren Sohn liebt, aber nur um ihn tragisch zu verlieren. Und zwischendrin sind viele kleine Bekanntschaften und Liebschaften, die manchmal auch nach hinten losgehen – aber Pia ist tough.
Ihre Familie ist ihr nicht gerade eine Hilfe: Mutter, Stiefvater, Halbbruder und -schwester und deren Ehepartner sind eher distanziert. Es wird noch schlimmer, denn ihre Familie wird in einen Kriminalfall verwickelt, den Pia bearbeitet … und damit ist es noch nicht ausgestanden. Die Familie ist eher ein Stressfaktor in Pias auch sonst schon recht stressigem Leben und kein Fels in der Brandung, auf dem sie Zuflucht suchen kann.
Pias Privatleben spielt in allen Romanen eine Rolle und liefert zusammen mit den Kriminalfällen ein facettenreiches Gesamtbild. Mag Pias Leben meist nicht recht einfach sein und logistische Klimmzüge verlangen, wenn sie abends feststellt, dass ihr Kühlschrank leer ist, oder der Babysitter kurzfristig absagt, so lebt Pia doch immer in der Gegenwart und kämpft mit Realitäten. Ihre Mordfälle dagegen …
An der Ostseeküste gibt es viele kleine Dörfer, idyllische Dörfer, aber auch runtergekommene Bauernhöfe, einsame Villen, hoch verschuldete Menschen, die seit Jahrzehnten darum kämpfen, das Familienerbe zu erhalten. Die Vergangenheit und die Herkunft hat hier auf dem Land immer noch große Bedeutung. Familienfehden werden über Jahrzehnte gepflegt. Schwarze Schafe gibt es in jeder großen Familie. Erbstreitigkeiten sind an der Tagesordnung. Missbrauch in Familien wird verschleiert.
Pia trifft in vielen Ermittlungen auf verschlossene Dorfgemeinschaften, die schweigen. Auch wenn aktuell ein Verbrechen vorliegt oder gar ein Kind vermisst wird, scheinen die Prioritäten für viele Ortsansässige woanders zu liegen. Oft kommen Verbrechen aus der Vergangenheit ans Licht und führen zu neuen Verbrechen, weil Menschen meinen, sie müssen das Gesicht wahren.
Aber gerade diese Mischung in der doch recht einsamen Ostseelandschaft macht die Romane interessant, abgesehen davon, dass Pias weitere Entwicklung natürlich auch neugierig macht. Pia entwickelt in ihren Fällen, die sie natürlich niemals allein bearbeitet, meist recht schnell eine Ahnung, worum es geht. Sie hat das berühmte Bauchgefühl und macht sich auf den Weg, um den Täter zu stellen.
Und hier liegt immer ein Problem: Pia ist eine Einzelgängerin, die gern allein von den bekannten Ermittlungspfaden abweicht, um ihre Theorien zu prüfen und zu beweisen. Dies bekommt ihr oft nicht gut, und sie muss immer wieder gefährliche Situationen durchleben und Verletzungen auskurieren. Ihre Alleingänge sind gerade in den späteren Bänden fragwürdig, denn sie liebt ihren kleinen Sohn über alles und scheint nicht zu realisieren, in welche Gefahr sie sich durch ihre spontanen Entscheidungen bringt. Immer wieder, wenn sie mit dem Kopf durch die Wand will und ihre Vermutungen beweisen will, stößt sie ihre Kollegen vor den Kopf, macht sich dann allein auf den Weg … in der Hoffnung, dass schon nichts passieren wird und dass sie den Fall löst. … und ihre Fälle löst sie immer.
Wann kommt der nächste Band?
Es lohnt sich, die Bände von Beginn an zu lesen … schon wg. der privaten Entwicklungen, die sich immer wieder mit den Fällen vermischen.
A Young Woman, Manhood and the Dark Secrets of the Lonely Baltic Coast
There is a lot going on on the Baltic coast and the Lübeck CID always has its hands full – so you would think that any reinforcement of the team would be welcomed with enthusiasm. Unfortunately, however, this is not the case, as Pia Korritki, admittedly still quite young, has to experience first-hand, because she is only a woman. The criminal investigation department, especially the homicide department, is a male domain, as apparently all her colleagues think – and women should be more concerned with filing files, writing protocols and making coffee.
Pia sees things differently and always stays on the ball: no matter what the cost. Whether bodies turn up on an old farm, wash up on a lake or go overboard from ships, Pia always wants to be in on the action and stretches to the ceiling to be allowed to play with the big boys. Of course, this comes at a price.
I would first like to say something about the series. Pia Korritki has been working her way through the Baltic Sea landscape and her criminal cases for about eight to nine years now. The novels were published over a period of about 20 years. So there is a chronology, but in the novels the clocks run a little slower.
Pia’s problems with her male colleagues prove to be tough and persistent. Chauvinism is in full bloom when she starts as a detective inspector in Lübeck. Even her first investigative successes change little. She is quite quickly promoted to detective chief inspector – I think from this point on it becomes a little easier for her in a man’s world.
Finally, a few years later, she is even offered the position of head of the department, but she turns it down for personal reasons. Which brings us to the very interesting private life of Pia Korritki.
How did it all begin?
At seventeen, eighteen, Pia works as an au pair in Portugal and falls in love with a policeman from Germany. She returns to Germany and starts training with the police. Finally, in her mid-twenties, she joins the Lübeck criminal investigation department: straight into the homicide squad.
Over the next few years, several men cross her path, some from the police world, some not. Pia falls in love, Pia has one-night stands and Pia has a child, a son, Felix. She becomes a single mother whose job doesn’t exactly make it easy for her to always take care of her little son the way she would like to. Pia has to keep trying to find a balance between her demanding job and her gruelling private life, but she finds it. At the beginning she still cultivates her hobby of painting, but later this probably gets lost in favour of Felix.
With Felix’s father she has more of a friendship, but no love. So the two never become a couple. Eventually she meets someone she loves and who loves her and her son, but only to lose him tragically soon after. And in between there are many little acquaintances and love affairs that sometimes backfire – but Pia is tough.
Her family is not exactly a help to her: mother, stepfather, half-brother and -sister and their spouses are rather distant. It gets worse, because her family gets involved in a criminal case that Pia is working on … and that’s not the end of it. The family is more of a stress factor in Pia’s already stressful life and not a rock on which she can seek refuge.
Pia’s private life plays a role in all the novels and, together with the criminal cases, provides a multi-faceted overall picture. While Pia’s life may not be easy most of the time, and may require logistical moves when she discovers that her fridge is empty in the evening, or when the babysitter cancels at short notice, Pia always lives in the present and struggles with realities. Her murder cases, on the other hand …
On the Baltic coast there are many small villages, idyllic villages, but also run-down farms, lonely mansions, highly indebted people who have been struggling for decades to preserve their family heritage. The past and origins still have great significance here in the countryside. Family feuds are nurtured for decades. Black sheep exist in every large family. Inheritance disputes are the order of the day. Abuse in families is covered up.
In many investigations, Pia encounters closed village communities that remain silent. Even if there is currently a crime or even a child missing, the priorities for many local people seem to lie elsewhere. Often, crimes from the past come to light and lead to new crimes because people feel they have to save face.
But it is this mixture in the rather lonely Baltic Sea landscape that makes the novels interesting, apart from the fact that Pia’s further development naturally arouses curiosity. In her cases, which she of course never works on alone, Pia usually develops an idea of what it is all about quite quickly. She has the famous gut feeling and sets out to catch the culprit.
And therein always lies a problem: Pia is a loner who likes to deviate from the known paths of investigation on her own in order to test and prove her theories. This often doesn’t sit well with her, and she has to go through dangerous situations and recover from injuries time and again. Her solo efforts are questionable, especially in the later volumes, because she loves her young son more than anything and does not seem to realise the danger she is putting herself in by her spontaneous decisions. Time and again, when she wants to get her head through the wall and prove her assumptions, she upsets her colleagues, then sets off on her own … hoping that nothing will happen and that she will solve the case. … and she always solves her cases.
When is the next volume coming?
It is worth reading the volumes from the beginning … if only because of the private developments that keep getting mixed up with the cases.