a faint cold fear thrills through my veins ... william shakespeare

thomas wendrisch (et al) & ellen berlinger

Dieser Beitrag enthält Werbung – advertising.

Source: pixabay

where

Freiburg / Mainz  ·  Deutschland

when

2016 – 2023

writing

Thomas Wendrisch (*1971)
Marco Wiersch (*1971)
Wolfgang Stauch (*1968)
Thomas Kirchner (*1961)
Jürgen Werner (*1963)

acting

Ellen Berlinger, Kriminalhauptkommissarin, LKA Mainz / Kriminalpolizei Freiburg

series

aus der TV-Serie “Tatort”:

  1. Fünf Minuten Himmel (2016)
  2. Zeit der Frösche (2018)
  3. Blind Date (2021)
  4. In seinen Augen (2022)
  5. Aus dem Dunkel (2023)

No English version!

originally written in

German

tv

5 episodes – Tv series “Tatort” (more than 1.000 episodes)


Marlowe thinks …

English

Eine Frau mit starkem Willen

Berlinger liebt ihren Beruf. Sie geht berufsbedingt für lange Jahre nach London, um dort als Ermittlerin für das deutsche BKA (Bundeskriminalamt) zu arbeiten. Ihre kleine Tochter lässt sie als Baby bei ihrer Mutter zurück, die ihr Enkelkind aufzieht. Nach 15 Jahren kehrt sie nach Deutschland zurück und arbeitet zunächst bei der Kriminalpolizei in Freiburg, ihrem Heimatort. Das Wiedersehen mit ihrer Mutter und ihrem Kind, inzwischen ein 16jähriger Teenager, verläuft nicht reibungslos. Ihre Mutter leidet an beginnender Demenz. Ihre Tochter wird in einen aktuellen Fall verwickelt, wenn auch nur am Rande.

Hinzu kommt, dass Berlinger erneut schwanger ist – der Vater des Kindes ist verheiratet und lebt in England. Berlinger bringt ihr Kind zur Welt, ihre Mutter, die an beginnender Demenz leidet, stirbt, ihre Tochter zieht weg, um zu studieren. Um ihren Beruf und ihre kleine Tochter besser bewältigen zu können, lässt sich Berlinger ans LKA (Landeskriminalamt) in Mainz versetzen. Dort lebt ihre Cousine mit ihrer Familie, die ihr vor allem bei der Betreuung ihrer kleinen Tochter hilft. Es bleibt nicht aus, dass auch hier Berlingers Verwandtschaft in einen aktuellen Fall hineingezogen wird.

Schließlich ist Berlinger wieder solo. Der Vater ihrer kleinen Tochter steht eines Tages vor ihrer Tür und nimmt schließlich seine kleine Tochter einvernehmlich mit zurück nach England, wo sie in seiner Familie aufwachsen soll. Berlinger wirkt in den nächsten Folgen eher erleichtert, denn es war immer eine Herausforderung für sie, ihr Leben als alleinerziehende Mutter mit Vollzeitjob, der eigentlich keinen Feierabend kennt, zu organisieren und zu meistern. Nun kann sie sich uneingeschränkt ihrem Job widmen. Insgesamt spielt ihr Privatleben in der Serie eine recht große Rolle … nicht nur weil es immer wieder familiäre Verwicklungen in aktuelle Fälle gibt.

Ihre Fälle sind vielschichtig in einem nicht gerade überschaubaren Umfeld, in dem viele Menschen eine kleine oder größere Rolle spielen und meist irgendwie mit dem Verbrechen in Verbindung stehen – sei es durch Wissen um die Tat oder Hintergründe, sei es durch Versuche, von der Tat zu profitieren, sei es als Beteiligte, die vermeintliche Täter schützen wollen, sei es einfach durch Schweigen, um unbehelligt den eigenen Geschäften nachgehen zu können. Natürlich sind fast alle, auf die Berlinger trifft, immer der Meinung, dass Schweigen grundsätzlich besser ist als ihr Wissen mit der Polizei zu teilen.

Da gibt es ein großes Durcheinander, als ein Angestellter im sozialen Bereich getötet wird, und es am Ende um Missbrauch und Erpressung geht – alles am sozialen Rand des gesellschaftlichen Spektrums. Eine Liebesaffäre zwischen Teenagern artet aus, weil Gefühle nicht verarbeitet werden können. Verwöhnte Abkömmlinge aus wohlhabenden Schichten suchen einen Kick und ziehen unbeteiligte Randfiguren mit in den Abgrund, die wiederum mit ihrem bescheidenen Schicksal hadern und ihren eigenen Kick suchen. Liebesaffären im Alter scheitern an der unkonventionellen Situation, die heimliche Mitwisser provoziert. Schließlich artet eine Stalking-Situation aus … Eigentlich artet immer alles aus und es gibt Tote, unabsichtlich oder auch geplant.

Berlinger kniet sich in die Fälle hinein und gibt nicht eher Ruhe, bis sie alles restlos aufgedeckt hat. Für sie ist der Fall im Mittelpunkt – sie driftet nicht ab in die Rolle einer Sozialarbeiterin, die sich bemüht, schuldig gewordenen Unschuldige aus sozial schwierigem Umfeld zu retten. Sie ist auch keine Kämpferin für soziale Gerechtigkeit. Die Opfer und die Täter sind (fast) immer sehr eng miteinander verknüpft. Es sind familiäre Tragödien, Freundschaften, die auseinander brechen – und viel falsch verstandene Zuneigung und Liebe. Positives und negatives geht oft ineinander über.

Auch wenn dies alles sehr nach den üblichen Klischees klingt, die gerade in deutschen Kriminalserien so gern bemüht werden, ist es bei Berlinger etwas anders. Schuld und Unschuld hängen sehr dicht zusammen – und bis zum Schluss bleibt offen, wie sich kritische Situationen entwickeln und wer am Ende überlebt, ob als Opfer oder als Täter. Für pauschale Unschuldsvermutungen aufgrund der persönlichen Situation oder der Herkunft eines Beteiligten gibt es wenig Grund … alles hängt zusammen und kaum jemand ist pauschal unbeteiligt oder unschuldig.

Die Serie im Rahmen von “Tatort” wurde nach fünf Folgen eingestellt.

A Strong, Determined Woman

Berlinger loves her job. For many years, an assignment takes her to London, where she works as an investigator for the German BKA (Bundeskriminalamt). She leaves her young daughter behind as a baby with her mother, who raises her granddaughter. After 15 years, she returns to Germany and for the time being joins the criminal investigation department in Freiburg, her home town. The reunion with her mother and her child, now a 16-year-old teenager, does not go smoothly. Her mother is suffering from early-stage dementia. Her daughter becomes involved in a current case, albeit only marginally.

On top of this, Berlinger is pregnant again – the child’s father is married and lives in England. Berlinger gives birth to her child, her mother, who is suffering from early-stage dementia, dies, and her daughter moves away to study somewhere. To better manage her job and her young daughter, Berlinger requests a transfer to the LKA (Landeskriminalamt) in Mainz. Her cousin lives there with her family, who help her above all with looking after her little daughter. It is inevitable that Berlinger’s relatives will be drawn into a current case here too.

At last, Berlinger is on her own again. The father of her younger daughter turns up at her door one day and, after reaching an amicable agreement, takes their little girl back to England, where she is to grow up with his family. In the following episodes, Berlinger seems rather relieved, as it was always a challenge for her to organise and manage her life as a single mother with a full-time job that never really ends. Now she can devote herself fully to her job. Overall, her private life plays quite a significant role in the series… not only because there are always family entanglements in the current cases.

Her cases are complex within a complex environment in which many people play a minor or major role and are usually connected to the crime in some way – whether through knowledge of the crime or its background, through attempts to profit from it, as parties seeking to protect the alleged perpetrators, or simply by silence to be able to go about their own business undisturbed. Of course, almost everyone always believes that silence is better than sharing what they know with the police.

There is a great deal of chaos when a social worker is killed, and it all boils down to abuse and blackmail – all on the fringes of society. A teenage romance goes awry because the young people are unable to come to terms with their feelings. Spoilt offspring from wealthy backgrounds are looking for a thrill and drag uninvolved marginal figures into the abyss, who in turn struggle with their modest lot and seek their own thrills. Romantic affairs in later life fail due to the unconventional situations provoked by those in the know. Finally, a stalking situation spirals out of control… In fact, everything always spirals out of control and people die, accidentally or deliberately.

Berlinger throws herself into the cases and doesn’t rest until she has uncovered everything completely. For her, the case is the focus – she doesn’t drift into the role of a social worker striving to rescue innocent people from socially difficult backgrounds who have become guilty. Nor is she a champion of social justice. The victims and the perpetrators are (almost) always very closely linked. These are family tragedies, friendships that fall apart – and a great deal of misunderstood affection and love. The positive and the negative often merge into one another.

Even though all this sounds very much like the usual clichés so often trotted out in German crime series, things are slightly different with Berlinger. Guilt and innocence are closely intertwined – and right up to the end, it remains unclear how critical situations will unfold and who will ultimately survive, whether as victim or perpetrator. There is little reason to make sweeping assumptions about innocence based on a character’s personal circumstances or background… everything is interconnected, and hardly anyone is entirely uninvolved or innocent.

The series, part of the “Tatort” series, was cancelled after five episodes.

Spread the word. Share this post!

a faint cold fear thrills through my veins ... william shakespeare