Dieser Beitrag enthält Werbung – advertising.

where
Copenhagen · Denmark
when
2007 …
writing
(Carl Valdemar) Jussi (Henry) Adler-Olsen (*1950)
Stine Bolther (*1976) – since 2025
Line Holm (*1975) – since 2025
acting
Carl Mørck, Department Q / Sonderdezernat Q
background
Irgendwo im Keller des Kopenhagener Polizeipräsidiums gibt es ein paar enge, dunkle Büroräume, in denen Carl Mørck nach seinem letzten katastrophalen Fall arbeitet. Er hat versagt und sein Versagen hat Opfer gefordert, was ihn bis heute nicht in Ruhe lässt. Sein neuer Job sind die ungeklärte Fälle, die Cold Cases – und er hasst es. Er hasst fast alle und alles um ihn herum – einschließlich seiner Sekretärin und seines Assistenten Assad, jener geheimnisvolle Assad mit seinem Berg an Wissen und seinen vielen erstaunlichen Fähigkeiten. Was eher langweilig beginnt, wird schnell zu einer rasanten Achterbahnfahrt durch die dänische Gesellschaft und ihre verborgenen Laster. Jeder Band glänzt durch andere, neue Grausamkeiten und lässt dich atemlos und entsetzt zurück.
Somewhere in the basement of Copenhagen’s police HQ there are some dark small offices where Carl Mørck works – after his fall in disgrace when messing up and leaving behind some collateral damages haunting him from then on. His new job are cold cases – and he hates it. He almost hates everyone and everything around him – including his PA and his assistant Assad, the secretive Assad with immense hidden knowledge and astonishing capabilities. What starts rather dull becomes a fast-paced journey through Denmark’s society and its hidden vices. Each volume lets you learn about another atrocity leaving you exasperated and depressed.
series
- Erbarmen (2009)
- Schändung (2010)
- Erlösung (2011)
- Verachtung (2012)
- Erwartung (2013)
- Verheißung (2015)
- Selfies (2017)
- Opfer 2117 (2019)
- Natrium Chlorid (2021)
- Verraten (2024)
- Tote Seelen singen nicht (2025)
- Mercy (2011)
- Disgrace (2012)
- Redemption (2013)
- Guilt (2013)
- Buried (2015)
- The Hanging Girl (2015)
- The Scarred Woman (2017)
- Victim 2117 (2020)
- The Shadow Murders (2022)
- Locked in (2024)
- No Song for the Dead (2026)
originally written in
Danish
tv
6 movies (according to the novels)
Tv series: “Dept. Q”
1 season / 9 episodes (2025)
(next season announced / 2. Staffel angekündigt)

Marlowe thinks …
Über Grausamkeit im glücklichen Dänemark
Carl Mørck ist seit dem Tag verdammt, als bei einem Routineeinsatz an einem Tatort einer seiner engen Mitarbeiter, Anker, im Kugelhagel stirbt und der andere, Hardy, vom Hals abwärts querschnittsgelähmt überlebt. Sie alle werden an diesem Tatort überraschend angegriffen und nur Carl überlebt ohne ernste Verletzungen. Dieser Überfall wird nie aufgeklärt, obwohl drei Polizisten zu Opfern geworden sind – man sollte also eigentlich davon ausgehen, dass die Polizei ein ureigenes Interesse daran hat, die Angreifer festzunehmen, sie verurteilen zu lassen und anschließend die Schlüssel zu ihren Zellen zu verlieren. Carl selbst macht sich seither Vorwürfe, weil er denkt, er sei zu langsam gewesen, zu überrascht von diesem plötzlichen Angriff, zu schockiert, um sich und seine Leute zu verteidigen.
Nach seiner Rückkehr in die Mordkommission ist er nicht gerade umgänglich und freundlich zu seinen Kollegen, was er wohl auch nicht gerade vorher war, aber jeder weiß, dass er ein brillanter Ermittler ist. So wird er zum Leiter einer neuen Abteilung befördert, die sich mit Cold Cases befassen soll. (Die ganze Aktion ist Mittel zum Zweck: Zugang zu Subventionsgeldern zu erlangen.)
Einerseits scheint es zwar eine ganze Reihe von Cold Cases zu geben, ansonsten ist es aber nur ein kleines Team, das sie bearbeiten soll: da ist Carl und da ist Assad – für den Anfang nur sie. Beide bekommen Büros im Keller, miserabel ausgestattet, bis Carl einen kleinen Aufstand anzettelt, nachdem er bemerkt hat, dass die für sein Team bestimmten finanziellen Mittel anderweitig ausgegeben werden. Später gesellen sich noch eine Assistentin und ein Nachwuchspolizist zum Team, was das Team insgesamt aufmöbelt, erfolgreicher werden lässt, aber auch unruhiger macht.
Carl sollte eigentlich zufrieden sein: eine neue Herausforderung, ein kleines, eigenes Team, zwar viel Arbeit, aber er darf sich aussuchen, womit er sich gern beschäftigen möchte. Natürlich gibt es immer noch Hardy: Carl sorgt sich um ihn und für ihn, ist aber gleichzeitig am Boden zerstört, wenn er ihn sieht. Er ist depressiv, sein Leben ist miserabel, und so macht er anderen das Leben gern zur Hölle. Aber es gibt die Fälle … und Carl fühlt sich besser, wenn er einer heißen Spur nachgeht und sich der Lösung eines Falles widmen kann. Als die Serie beginnt, ist er Mitte 40; im letzten Roman schließlich nähert er sich Mitte 50: niemals in all den Jahren scheint er wieder wirklich glücklich und unbeschwert zu sein, abgesehen von seiner Arbeit an den Cold Cases.
Die Cold Cases entpuppen sich als anspruchsvoll, schräg und schrecklich – immer wieder stoßen Carl und sein Team auf ausgeklügelte Grausamkeiten. Alles wurde meist vor Jahren begraben und zu den Akten gelegt, je nachdem aus Mangel an Beweisen oder fehlenden Spuren, auf Druck aus einflussreichen Kreisen oder schlicht Unwissenheit und Faulheit.
Ich war schockiert, als ich den ersten Roman dieser Reihe las. Die Statistik sagt uns, dass die Dänen zu den glücklichsten Menschen der Welt zu zählen sind. Vielleicht stimmt es – aber es scheinen auch mehr Verrückte und Psychos da draußen unterwegs zu sein, als man sich vorstellen kann. Wir sprechen hier nicht von den normalen Kriminellen, von Gangs, chinesischen Triaden, der russischen Mafia … all diesen wohlbekannten üblichen Verdächtigen. Die Verbrecher, mit denen Carl Mørck und sein Team zu tun haben, leben unter uns, in unserem Stadtviertel, in pittoresken Dörfern, in exklusiven Country-Clubs – und sie sind seit langen Jahren aktiv. Die Serie zeigt uns eine neue Qualität von Verbrechen und Brutalität, die unter die Haut gehen. Man fragt sich, wie das in einem zivilisierten Land wie Dänemark geschehen kann.
In den Fällen geht es um barbarische, persönliche Racheakte, obskure religiöse Kulte in abgelegenen Dörfern des Landes, Terrorismus, Leidenschaft für extreme Hobbies, die das Leben anderer Menschen aufs Spiel setzen, Kindesmissbrauch, Misshandlung lediger, schwangerer Frauen … alles versteckt hinter einer gut gepflegten, sozial beflissenen Fassade. Alles beginnt irgendwann in der Vergangenheit, aber plötzlich gibt es neue Hinweise, neue Opfer, neue Wendungen, die zu erstaunlichen Erkenntnissen führen. Alles wurde vergraben, Gut und Böse verworren und verwoben, tief verborgen – und es braucht die Genialität eines Ermittlers wie Carl Mørck (und seines Teams), um den Fall wieder zu öffnen, die Fakten zu analysieren, neue Informationen einzubeziehen und sich schließlich zu beeilen, um ein weiteres Opfer zu retten, das kurz vor dem Abgrund steht.
In der Welt von Carl Mørck sind die Menschen grausam und gewalttätig gegen ihre Mitmenschen. Unermüdlich. Unerbittlich. Dänemark ist ein Wohlfahrtsstaat mit einer zivilisierten Gesellschaft, aber gerade dieses Umfeld scheint überall versteckte Gewalt zu begünstigen. All diese Titel der Romane, so kurz und so prägnant, Stichworte, die direkt aus dem Alten Testament entsprungen zu sein scheinen, treffen auf die Gräueltaten zu, die tagtäglich geschehen.
In der ganzen Serie gibt es verbindende Elemente, die sich durch jeden Roman ziehen. Es ist einmal der Angriff auf Carl, Anker und Hardy und seine Auswirkungen. Parallel dazu ist es das geheimnisvolle Leben von Assad und seine Vorgeschichte.
Der Angriff ist in jedem Roman der Serie im Hintergrund präsent. Es sieht nicht so aus, als gäbe es irgendwelche Anstrengungen, diesen Fall endlich aufzuklären. Eigentlich ist der Angriff inzwischen selbst ein Cold Case. Manchmal gibt es versteckte Andeutungen, dass korrupte Polizisten beteiligt waren – ich erinnere mich auch daran, dass in Carls Kopf schon einmal der Gedanke Fuß fasste, dass Anker ein falsch Spiel getrieben haben könnte. Vielleicht kommt es bald zu einer Klarstellung der Fakten: gegen Ende der 8. Romans Nr. 8 spricht Hardy von neuen Informationen zu The Nail-Gun Killings (aka der Angriff), die man mit Carl besprechen will. Warten wir also ab, dann sehen wir weiter. Vielleicht.
Was Assad und seine mysteriöse Vergangenheit betrifft. Im 8. Roman kommt endlich alles ans Tageslicht. Ich denke, es war an der Zeit, das zu tun. Carl ist gegenüber Assad von Beginn ihrer Zusammenarbeit an misstrauisch. Er hält Assad für einen Schwachkopf, der das Glück hatte, diesen Job zu bekommen, was – wie Carl meint – hauptsächlich darin besteht zu putzen, aufzuräumen, Kaffee zu kochen … Man merkt recht schnell, dass Assad viel mehr als ein unbedarfter politischer Flüchtling ist. Er besitzt neben seinen analytischen Fähigkeiten eine Menge Wissen und Fähigkeiten, Sprachkenntnisse und emotionale Intelligenz. Trotzdem ist Carl misstrauisch – und ein klein wenig eifersüchtig.
Im 8. Roman wird Assads grausames Schicksal Schritt für Schritt enthüllt. Wir erfahren von seiner Familie, seinem Leben in Dänemark in einer Spezialeinheit, seiner Flucht aus dem Nahen Osten. Und Carl wird sofort und heftig aktiv, sobald er glaubt, dass Assad in Lebensgefahr ist, weil Bruchtücke an Informationen über Assads früheres Leben auftauchen und Assad plötzlich losstürmt, um lange verborgenen Geschehnissen auf den Grund zu gehen. Carl vermutet schnell noch viel mehr dahinter und behält Recht: es schein, dass ein Anschlag geplant wird, mit Menschen, die vor Jahren spurlos verschwunden sind. Das Schicksal von Assad und seiner Familie ist wirklich keine leichte Kost.
Carls Welt dreht sich um sein Team und einige Freunde. Abgesehen von Assad scheinen alle anderen etwas sondernar zu sein. Rose, seine persönliche Assistentin, hat eine Menge privater Probleme, die mehr oder weniger in allen Romanen auftauchen und alles etwas komplizierter werden lassen. Carls Mitbewohner kümmern sich um Hardy, haben aber auch mit ihrem eigenen Leben so ihre Probleme. Trotzdem scheinen sie alle glücklich zu sein, grundsätzlich glücklich. Irgendwie passt Carl nicht in diese kleine Welt, denn er ist eher negativ und unfreundlich – wie schon zu Anfang festgestellt.
Der Erfolg dieser Serie liegt darin, dass die alltägliche, dunkle Seite unseres Lebens ins Rampenlicht gerückt wird, eine Facette, die wir normalerweise nicht wahrnehmen bzw. wahrnehmen wollen. Dies alles führt dann zur Aufdeckung von Gräueltaten, die manchmal so simpel und gleichzeitig so schrecklich scheinen. Die Opfer sind viel zu oft zu jung, zu ungebildet, zu arm … um sich selbst helfen zu können. Hat der Wohlfahrtsstaat in all diesen Fällen versagt? Vielleicht, aber es gibt auch viel zu viele psychisch gestörte Menschen da draußen, die ihr Leben als respektierte Bürger leben, bis etwas passiert, irgendeine unbedeutende Sache, die etwas in Gang setzt.
Atrocities in Happy Denmark
Carl Mørck is doomed since the day when one of his assistants, Anker, dies and the other one, Hardy, gets badly paraplegic after a routine visit to a crime scene. All of them are attacked and shot out of nowhere. This incident is never cleared up although three policemen became victims – so you should assume that the police has its very own interest to arrest the attackers, convict them and throw the key to their cell away. Carl blames himself since then because he thinks that he was too slow, too surprised by the attack, too shocked for any defense.
When returning to the homicide department he is difficult to handle, but everybody knows that he is a brilliant investigator. So he becomes the head of a new department which shall deal with Cold Cases. (It’s mainly a means to an end: get access to subsidy funds.) On the one hand there seem to be quite a lot of Cold Cases, otherwise it’s a small team: there is Carl and there is Assad – for the start. Both get offices in the basement with poor equipment until Carl makes a riot after having noticed that the financial resources meant for his team are spent otherwise. Later on a PA and a junior policeman join the team which makes the team’s lives more colorful.
Carl should be satisfied: a new challenge, a small team, lots of work, but he may handpick whatever he likes to do. Of course there is Hardy: Carl cares about him and is devastated at the same time. He is depressive, his life is miserable and so he makes the lives of the rest miserable. However, there are the cases … and Carl feels better when investigating a hot lead and dedicates himself to solving the mystery. During the series he starts in his mid-40s and is finally in his mid-50s: never he seems to be happy again apart from his work with the Cold Cases.
The Cold Cases turn out to be demanding, strange, dreadful – always filled with elaborate cruelties. Everything was buried years ago depending on lack of evidence or leads, influential circles or ignorance and laziness.
I was shocked when reading the first novel of this series. Statistics tell us that the Danish people are among the happiest people of the world. Maybe – but there seem to be more maniacs out there than you may imagine. We are not talking about straightforward criminals, gangs, Chinese triads, Russian Mafia … all the well-know usual suspects. The crimes Carl Mørck and his team have to deal with are among us, in our neighborhoods, in bucolic villages, in exclusive country clubs – and they are present since long years. The series introduces us to a new quality of crimes and brutality which gets under your skin. You ask yourself how might this happen in a civilized country like Denmark?
The cases deal with barbarous personal revenge acts, strange religious cults in remote villages of the country, terrorism, passion for extreme pastimes risking the lives of other people, abuse of children, abuse of unmarried pregnant women … all hidden beneath a well-tended social front. All starts in the past and suddenly there are hints, new victims, new twists leading to new findings. All is woven, deeply tangled – and it needs the brilliance of an investigator like Carl Mørck to open the case, analyze the facts, include new information and hurry finally to rescue whoever is on the verge of violation.
In Carl Mørck’s new world people are cruel and use violence against their fellows. Adamantly. Denmark is a welfare state with a civilized society, however, just this environment seems to create hidden violence everywhere. All these meaningful keywords which seem to come straight from the Bible, from the Old Testament, are true for the atrocities happening.
There are linking elements during the whole series. It’s the attack on Carl, Anker and Hardy and its aftermath. On the other side it’s Assad’s secret life.
The attack looms over everything in each novel of the series. It doesn’t seem that there are any strains to clear this case. From a continuous viewpoint the attack is by now a Cold Case. Sometimes there are hints that corrupt policemen are involved – I also remember that there is some idea in Carl’s head that Anker may have played false. Maybe a clarification is on horizon: near the end of novel #8 there is some information about news on the The Nail-Gun Killings (aka the attack) which need to be discussed with Carl. So let’s wait and see.
Concerning Assad and his secretive life all is revealed during novel #8. I think it was time to do so. Carl is suspicious concerning Assad from the very beginning of their co-operation. He thinks Assad is a half-wit having had luck to get this job which – as Carl thinks – mainly consists of cleaning, tidying up, coffee making … Rather soon you learn that Assad is much more than a simple immigrant. He has quite a lot of knowledge and capabilities, language skills, emotional intelligence next to his analytical capabilities. Nevertheless Carl is suspicious – and maybe a little jealous.
During novel #8 Assad’s cruel fate is disclosed step by step. You learn about his family, his mission in a special forces team, his escape from Middle East … and Carl starts action as soon as he thinks that Assad is in danger of life when some information surfaces concerning Assad’s former life and Assad suddenly runs to uncover long hidden secrets. Carl suspects foul play and is right: an assault seems on the horizon involving people who disappeared years ago. The fate of Assad and his family isn’t easily digestible.
Carl’s world evolves around his team and some friends. Set apart Assad it seems that all are somewhat queer. Rose, his PA, has a lot of ongoing private trouble which is more or less revealed during all the novels. Carl’s housemates take care of Hardy, but have to struggle with their lives as well. Nevertheless they seem happy, fundamentally happy. Somehow Carl doesn’t fit into this little world because he is rather negative and unkind – like we stated at the beginning.
The success of this series depends on its view of the everyday dark side of our lives which we normally don’t perceive and the exposure of atrocities which seem so simple and so horrible at the same time. The victims are too often too young, too illiterate, too poor … to help themselves. From a certain viewpoint you may state the the welfare state fails in all these cases, however, there are also too many mentally disordered people out there who live their lives as respected citizens until something happens, maybe some silly whatever that sets something in operation.