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where
Catania · Sizilien · Italien
when
2018 …
writing
Cristina Cassar Scalia (*1977)
acting
Giovanna “Vanina” Guarrasi, Vicequestore, Abteilung “Straftaten gegen Leib und Leben” / Homicide Squad
background
Giovanna Guarrasi hat ein Ziel im Leben: Straftaten aufklären und die Täter zur Strecke bringen. Dafür opfert sie ihr Privatleben und tritt jedem auf die Zehen, der sich ihr in den Weg stellt – mag er noch so mächtig und einflussreich (oder gefährlich) sein. Sie lebt in Sizilien, ein gefährliches Pflaster für Polizei, Staatsanwaltschaft und Richter, die oft in einem engmaschigen Netz von Bestechung, Betrug und Vetternwirtschaft agieren müssen. Trotzdem verbeißt sie sich in jeden Fall, bis sie mit der Wahrheit konfrontiert wird.
Giovanna Guarrasi has one goal in life: to solve crimes and bring the perpetrators to justice. To do this, she sacrifices her private life and steps on the toes of anyone who gets in her way – no matter how powerful and influential (or dangerous) they may be. She lives in Sicily, a dangerous place for police, prosecutors and judges, who often have to operate in a tightly woven web of bribery, fraud and nepotism. Nevertheless, she becomes deeply involved in every case until she is confronted with the truth.
series
- Schwarzer Sand (2018/2022)
- Tödliche Klippen (2019/2022)
- Finsteres Meer (2020/2023)
- L’uomo del porto (2021) – noch nicht übersetzt
- Il talento del cappellano (2021) – noch nicht übersetzt
- La carrozza della Santa (2022) – noch nicht übersetzt
- La Banda dei Carusi (2023) – noch nicht übersetzt
- Il Castagno dei cento cavalli (2024) – noch nicht übersetzt
- Mandorla amara (2025) – noch nicht übersetzt
no English version!
originally written in
italienisch

Marlowe thinks …
Die rastlose Polizistin
Vicequestore Giovanna Guarrasi, genannt Vanina, aber nur von Freunden, ist stellvertretende Polizeidirektorin und Chefin der Abteilung “Straftaten gegen Leib und Leben”. Sie hat es mit gerade mal 39 Jahren schon sehr weit gebracht, war auch schon in anderen Regionen Italiens stationiert, ist aber schließlich vor kurzem in ihre heimatlichen Gefilde auf Sizilien, Catania und Palermo, zurückgekehrt.
Sie ist unverheiratet und hat auch keinen Partner … aber da war mal jemand in der Staatsanwaltschaft, den sie nach ein paar Jahren Zusammenleben verlassen hat. So langsam kommt in den ersten beiden Romanen ans Tageslicht, warum die Beziehung so kritisch war und wovor Guarrasi Angst hatte. Die Beziehung wurde vor ein paar Jahren zwar beendet – ihr Partner hat geheiratet und ist Vater geworden, aber schon wieder getrennt … also die Beziehung ist immer noch irgendwie da, man trifft sich, man trennt sich wieder … Andere Männer haben da schlechte Karten.
Natürlich schleppt Guarrasi auch psychische Altlasten mit sich herum. Ihr Vater war ebenfalls bei der Polizei und wurde vor ihren Augen erschossen, als sie noch ein Kind war. Diese Szene beherrscht sie noch heute. So ganz hat sie auch nie verwunden, dass ihre Mutter recht schnell wieder geheiratet hat und sie einen Stiefvater und eine Halbschwester bekam, obwohl kein Grund für eine unglückliche Kindheit und Jugend vorlag. Jedenfalls steht Guarrasi mit ihrer Familie immer noch auf Kriegsfuß.
Bleibt noch zu erwähnen, dass sie gern und viel und vor allem gut in Restaurants isst, aber natürlich auch zu Fast Food greift, wenn es in einem Fall hektisch und eng wird. Glücklicherweise hat sie eine Vermieterin, die gern und gut für sie kocht. Sie raucht viel, sehr viel. Sie trinkt viel Kaffee. Sie liebt alte italienische Filme, am liebsten aus den 50er, 60er … Jahren.
Wenn sie sich in einen Fall verbeißt, eine bestimmtes Detail klären will, arbeitet sie schon mal die Nacht durch … Sie hat zwar auch ein soziales Leben … einige gute Freunde, aber ihr Fokus ist auf ihre Arbeit ausgerichtet. Kurz: sie ist ein Workaholic.
Ihre Fälle sind verzwickt und oft beißt sie sich die Zähne aus, nicht nur sie, sondern auch ihr Team. Verzwickt bedeutet auch, dass neben ihrem eigenen recht großen Team und den Teams anderer Abteilungen, die manchmal mitspielen wollen, sowie den Heerscharen aus der Spurensicherung und den Experten aus der Gerichtsmedizin, der Staatsanwaltschaft und darüber hinaus viele Zeugen und potentielle Verdächtige beliebig zur Komplexität beitragen. Am Ende wird zwar immer geklärt, wer welches Verbrechen begangen hat, aber bis dahin ist es manchmal ein harter Weg – auch für den Leser, wenn er den Überblick behalten will.
Als stellvertretende Polizeidirektorin hat sie gewissen Freiraum, so dass sie auch einen über 50 Jahre alten Mordfall bearbeiten kann. Genauso kann sie ihr Team mit einem Fall beschäftigen, in dem die Leiche fehlt, aber alle davon ausgehen, dass eine Leiche irgendwo darauf wartet gefunden zu werden. Oder sie untersucht Leichen aus Verbrechen, die aus ihrer Sicht zusammenhängen, aber dummerweise in unterschiedlichen Bezirken – mit unterschiedlichen Zuständigkeiten – gefunden wurden …
Immer wieder tritt Guarrrasi jemandem auf die Zehen, wenn sie und ihr Team recherchieren – ob Politiker, Wirtschaftsbosse, hochrangige Beamte in den Polizeiorganisationen oder wo auch immer. Die italienische Gesellschaft ist berüchtigt für ihre vielfältigen Verflechtungen und ihre Familienbande. Manchmal scheint jeder irgendeine Leiche im Keller zu haben. Dazu kommt noch Bestechung in allen Lebenslagen und das Eigenleben von Geschäftsbeziehungen, ob legal oder eher im Graubereich. Darüber hinaus gibt es noch die alteingesessenen Familien und ihre kriminellen Aktivitäten, aka organisiertes Verbrechen.
Guarrasi wird mit allem fertig – zumindest nimmt sie es mit jedem und allem auf.
Langsam nähert sie sich auch ihrem Ziel, Rache für den Tod ihres Vaters zu nehmen. Sein Tod nagt bis heute an ihr. Sie arbeitet fieberhaft daran, die Täter von damals zu überführen – was natürlich nicht so einfach ist. Aber sie hat ihre kleinen Erfolge … auch wenn es lange dauert und das organisierte Verbrechen bis in die Polizeiorganisation hinein vernetzt ist, so dass die Täter immer einen Schritt voraus zu sein scheinen. Schließlich scheint sie sogar selbst ins Fadenkreuz der betroffenen Mafia-Familie zu geraten.
Guarrasi hat ein Team, auf das sie sich verlassen kann, auch wenn klar wird, dass alle ganz normale Menschen sind – mit allen Stärken und Schwächen. Es gelingt ihr, alle mitzureißen, wenn es darum geht, einen Fall zu lösen. Ganz spezielle Unterstützung bekommt sie von einem pensionierten Kollegen, der sich an alle Fälle der Vergangenheit erinnert und gern mit Rat und Tat zur Seite steht – vor allem weil er sich im Ruhestand zu langweilen scheint.
Das Leben von Guarrasi und ihrem Team ist trotz der außergewöhnlichen Fälle nicht spektakulär, wie ich schon andeutete. In den Romanen entsteht insgesamt ein lebendiger Eindruck vom alltäglichen, interessanten Leben in Sizilien, das um alle herum existiert. Eine hochrangige Polizistin scheint manchmal nicht so recht hineinzupassen. Guarrasi ist keine typische Frau, sondern agiert eher wie ein Mann …
Sizilien: Da fällt mir sofort il Commissario Montalbano ein, der mit Guarrasi zumindest die Vorliebe für gutes Essen teilt. Guarrasi ist jedoch wesentlich hektischer und agiler unterwegs, was wohl daran liegen kann, dass sie in Catania oder Palermo agiert, während Montalbano in einer kleinen Stadt an der Küste lebt und arbeitet. Für die Krimiszene in Sizilien ist Guarrasi neben dem Großmeister eine Bereicherung.
The restless policewoman
Vicequestore Giovanna Guarrasi, called Vanina, but only by friends, is deputy police director and head of the “Crimes against Life and limb” department, a homicide squad. Just 39 years old, she has already come a long way, having been stationed in other regions of Italy, but having finally returned to her native Sicily, Catania and Palermo, recently.
She is unmarried and has no partner … but there used to be someone in the prosecutor’s office whom she left after living together for a few years. Slowly, in the first two novels, it comes to light why the relationship was so critical and what Guarrasi was afraid of. The relationship did end a few years ago – her partner got married and became a father, but already separated again … so the relationship is still there somehow, you meet, you break up again … Other men don’t stand a chance.
Of course, Guarrasi also carries around psychological baggage. Her father was a police officer and was shot in front of her when she was a child. This scene still dominates her, even today. She has also never quite gotten over the fact that her mother remarried rather quickly and she got a stepfather and a half-sister, although there was no reason for an unhappy childhood and youth. In any case, Guarrasi is still at war with her family – a soft war.
It remains to mention that she likes to eat a lot and especially well in restaurants, but of course also resorts to fast food when things get hectic and tight. Fortunately, she has a landlady who likes to cook for her and cooks well. She smokes a lot, really a lot. She drinks a lot of coffee. She loves old Italian films, preferably from the 50s, 60s … years.
When she gets stuck in a case, wants to clarify a certain detail, she sometimes works through the night … She does have a social life… some good friends, but her focus is on her work. In short: she is a workaholic.
Her cases are tricky and she often grinds her teeth, not only her but also her team. Tricky also means that in addition to her own rather large team and the teams from other departments that sometimes want to play along, as well as the legions from forensics and the experts from forensic medicine, the public prosecutor’s office and beyond, many witnesses and potential suspects add arbitrarily to the complexity. In the end, it is always clarified who committed which crime, but until then it is sometimes a hard road – also for the reader if he wants to keep track.
As a deputy police director, she has a certain amount of freedom, so she can also work on a murder case that is over 50 years old. Likewise, she can keep her team busy with a case where the body is missing but everyone assumes that a body is waiting to be found somewhere. Or she investigates bodies from crimes that she believes are connected but were unfortunately found in different districts – with different jurisdictions …
Guarrrasi is always stepping on someone’s toes when she and her team are investigating – whether politicians, business bosses, high-ranking officials in police organisations or wherever. Italian society is notorious for its multiple entanglements and family ties. Sometimes everyone seems to have some skeleton in the closet. Add to that bribery in all walks of life, and the inherent life of business relationships, whether legal or more in the grey area. On top of that, there are the long-established families and their criminal activities, aka organised crime.
Guarrasi can handle anything – at least she takes on anyone and anything.
She is also slowly approaching her goal of taking revenge for her father’s death. His death gnaws at her to this day. She works feverishly to convict the perpetrators of that time – which of course is not so easy. But she has her little successes … even if it takes a long time and organised crime is networked right into the police organisation, so that the perpetrators always seem to be one step ahead. Eventually, she even seems to be caught in the crosshairs of the mafia family involved herself.
Guarrasi has a team she can rely on, even though it becomes clear that they are all just normal people – with all their strengths and weaknesses. She manages to pull everyone along when it comes to solving a case. She gets very special support from a retired colleague who remembers all the cases of the past and is happy to offer advice and help – especially because he seems bored in retirement.
The life of Guarrasi and her team is not spectacular, despite the extraordinary cases, as I have already indicated. In the novels as a whole, there is a vivid impression of the everyday, interesting life that exists around everyone in Sicily. A high-ranking policewoman sometimes doesn’t quite seem to fit in. Guarrasi is not a typical woman, but acts more like a man …
Sicily: il Commissario Montalbano immediately comes to mind, who at least shares Guarrasi’s passion for good food. Guarrasi, however, is much more hectic and agile, which may be due to the fact that she operates in Catania or Palermo, while Montalbano lives and works in a small town on the coast. For the crime scene in Sicily, Guarrasi is an enrichment alongside the very well known Grand Master.
