eberhard mock, kriminalrat in breslau

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Quelle: pixabay

 

 

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Harte Zeiten

Eberhard Mock lebt in Breslau (heute: Wroclaw). Seine Erlebnisse und Fälle tragen sich hauptsächlich in den Jahren von 1920 bis 1945 zu. (Vergessen wir mal die kurzen Szenen aus den 50er und 90er Jahren.) Es ist die Weimarer Republik und dann das Dritte Reich, die Deutschland prägen. Seine Ermittlungen und sein Leben sind mit den politischen Wirren und Entwicklungen, dem gesellschaftlichen Leben und der Rolle der Armee in Deutschland eng verknüpft.

Mock arbeitet bei der Polizei, bei der Kriminalpolizei. Irgendwie ist er schon ein Polizist, der versucht, Licht ins Dunkel zu bringen und die wahren Täter zu entlarven, aber er ist sich auch seiner fast unbegrenzten Möglichkeiten bewusst, sein Leben, seinen Status und sein privates Umfeld zu verbessern und sich zu bereichern. Er nimmt alles mit, was sich ihm bietet. … und er überlebt!

Ich, Marlowe, war zuerst ziemlich schockiert, als ich die Romane gelesen habe – ich habe allerdings nur einige davon gelesen. Sie sind ein extrem intensiver Lesestoff, komplizierte Geschichten mit vielen  Mitspielern, die sich mehr oder Weinger stark in Mocks Angelegenheiten einmischen. Speziell die Jahre des Zweiten Weltkriegs sind angefüllt mit Grausamkeit und Ungerechtigkeiten. Mocks Welt ist gnadenlos. Er lebt in sehr dunklen Zeiten.

Mock ist aber auch ein echtes Kind dieser Zeit. Obwohl sich tief im Inneren ein Gefühl für Gerechtigkeit und Mitleid für die Opfer findet, agiert er rücksichtslos. Betrachtet man seine Karriere bei der Polizei, ob in den 20er Jahren oder später während des Nationalsozialismus, schwimmt er immer obenauf. Er mag Frauen, obwohl er verheiratet ist. Noch mehr mag er den Alkohol. … und immer ist er für eine Bestechung zu haben.

Deutschland und der Zweite Weltkrieg werden mit akribischer Detailverliebtheit zum Alltag dargestellt, immer die harte Kante des Lebens, vor allem gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, als die meisten Menschen nur noch versuchen zu überleben. Die Kriminalität inmitten dieses Kriegschaos hat einen besonderen Beigeschmack und scheint manchmal unbedeutend zu werden im Vergleich zu den berüchtigten Aktivitäten der Nazis und ihrer Mitstreiter.

Kurz zusammengefasst: Es ist alles andere als leicht, Mock zu mögen, er ist aber auch kein durch und durch böser Mensch.

 

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a faint cold fear thrills through my veins ... william shakespeare