alex recht und fredrika bergmann auf spurensuche in stockholm

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“Alex Recht arbeitete seit mehr als einem Vierteljahrhundert bei der Polizei, und er war der Ansicht, mit Fug und Recht für sich in Anspruch nehmen zu dürfen, eine mehr als achtbare Erfahrung zu besitzen und sich im Laufe der Jahre ein gewaltiges Maß an Fachkompetenz und eine hervorragende Intuition erworben zu haben. Man sagte ihm nach, er habe ein gutes Bauchgefühl.
Für einen Polizisten gab es kaum etwas Wichtigeres als ein gutes Bauchgefühl. Das war es, was den guten Polizisten auszeichnete – das ultimative Kriterium, das die Spreu vom Weizen trennte. Das Bauchgefühl konnte zwar niemals die Fakten ersetzen, aber es vervollständigte sie.   ….
Vielleicht, so dachte er bei sich, als er im Auto zum Stockholmer Hauptbahnhof saß, vielleicht fiel es ihm deshalb so schwer, sich an seine neue Kollegin zu gewöhnen. Fredrika Bergmann schien sich weder berufen zu fühlen, noch wirkte sie besonders begabt für die Aufgabe. Allerdings glaubte er auch nicht, dass sie sonderlich lange bei der Polizei bleiben würde.  …
Er hätte kein gutes Gefühl dabei gehabt, die Ermittlungen lediglich mit einer Schreibtischtäterin wie Fredrika an seiner Seite einleiten zu müssen.”

aus „Aschenputtel”

 

Über die Abgründe der menschlichen Seele

In Stockholm gibt es eine Sondereinheit, die sich mit ganz speziellen Kriminalfällen befasst: grausame Mordfälle, Verbrechen wie Kindesentführung … (Die Einheit wird später aufgelöst, aber die Teammitglieder werden immer mal wieder für Sondereinsätze zusammengeführt). Ihre Fähigkeiten und ihre Erfahrung sind immer dann gefragt, wenn unerklärliche Verbrechen und Morde wie aus heiterem Himmel passieren. Leiter dieses Teams ist Alex Recht; Fredrika Bergmann gerät eher zufällig in diese Abteilung, deren Mitarbeiter sie nicht wirklich willkommen heißen, aber schließlich wegen ihrer intelligenten Ansätze und ihrer präzisen Ermittlungsarbeit akzeptieren und schätzen lernen. Fredrika legt bei der Arbeit immer eine sehr professionelle, distanzierte Haltung an den Tag, die jegliche persönliche Annäherung schwer macht.

immer wieder tauchen in der Serie Serienmörder in verschiedensten Ausprägungen auf. Ihr könnt sicher sein, dass es euch eine unheimliche Angst machen und euch Alpträume bescheren wird, wenn ihr mit dem alltäglichen Leben und der oft jahrzehntelang währenden, tief verborgenen Brutalität dahinter konfrontiert werdet. Alex und Fredrika graben immer tief und noch tiefer, um die Geheimnisse zu enthüllen, wenn etwas Tödliches plötzlich die ansonsten friedliche Oberfläche durchbricht. Alle Erkenntnisse bleiben für immer in ihren Köpfen. Es ist also nicht überraschend, dass ihre Arbeit ihren Tribut fordert.

Ich, Marlowe, habe mir zuerst die TV-Serie angeschaut, bevor ich die Romane gelesen habe. Im Vergleich zu den Romanen gibt es in der TV-Serie mehr Action, Business-as-usual. Im Vergleich zur TV-Serie sind die Romane viel dunkler, brutaler, verzwickter und zeigen manchmal den reinen Wahnsinn. Kurz gesagt: Versäumt es nicht, die Romane zu lesen und der TV-Serie zu folgen.

Neben ihren beruflichen Abenteuern haben Alex und Fredrika auch noch ein anstrengendes Privatleben. Nein – sie sind keine Liebhaber und werden auch keine, niemals. Ihre Beziehung gleicht eher einer tiefen Freundschaft, voll gegenseitigen Vertrauens, ohne dass jeder von ihnen zu viele Fragen über private Probleme stellt, wenn nicht unbedingt notwendig ist.

Alex, verheiratet mit zwei erwachsenen Kindern, verliert seine Frau durch Krebs und ist am Boden zerstört. Er braucht Zeit, um sein Leben mit einer Frau, die er während einer Ermittlung kennenlernt, als sie ihr eigenes Kind tragisch verliert, neu zu gestalten. Sein Sohn wird in einen terroristischen Anschlag verwickelt und überlebt nur um Haaresbreite, während Alex in Schweden zur gleichen Zeit mit den Terroristen verhandeln und sie unschädlich machen muss.

Fredrika lebt mit ihrem ehemaligen Universitätsprofessor zusammen, nachdem sie mit ihm als Studentin eine heiße Affäre hatte; damals war er noch verheiratet. Sie bringt während Im Laufe der Serie zwei Kinder zur Welt, verliert aber am Ende ihren Liebhaber und Lebenspartner. Als sie über Leichenfunde recherchiert, die jahrzehntelang irgendwo im Wald vergraben waren, muss sie sich mit unangenehmen Wahrheiten auseinandersetzen: ihr etwa zwanzig Jahre älterer Geliebter ist in die Geschehnisse verwickelt. Zur gleichen Zeit wird er auch noch der sexuellen Belästigung durch eine seiner Studentinnen beschuldigt.

Charakteristisch für alle Romane ist, dass über das Privatleben und die persönliche Entwicklung von Alex und Fredrika in der Serie detailliert berichtet wird, während sie an all diesen schrecklichen Fällen arbeiten. Es wird immer wieder deutlich, dass die beruflichen Erlebnisse und Eindrücke nicht verschwinden, wenn jeder von ihnen seine Wohnung betritt und versucht, die Tür hinter sich zu schließen.

Was passiert so an schrecklichen Dingen?
Es gibt einen Psychopathen, der in der Lage ist, die Menschen um ihn herum zu beeinflussen und sie dazu zu bringen, Verbrechen zu begehen, während er sich dem Töten von Kindern hingibt, um ihre Mütter zu bestrafen. All dies passiert als Folge seiner schrecklichen Kindheit. Ein anderer wird zum Mörder, als er sich daran macht, Menschen zu bestrafen, die ihrerseits versagt haben, was zu Todesfällen führte. Erfüllt von seinem Wunsch nach Gerechtigkeit versucht er, den Opfern späte Genugtuung zukommen zu lassen – und er hat Erfolg, weil er weiß, wie das Polizeisystem funktioniert.

Nachdem ein Elternpaar ihr einziges Kind verloren hat, beginnen beide einen persönlichen Rachefeldzug, um den Kindern der Familien, die Schuld auf sich geladen haben, ihrerseits das Leben zu nehmen. Es wird eine blutige Affäre mit vielen Menschen, die zu viel erlebt haben. Ein weiterer persönlicher Racheakt ist sehr gut vorbereitet worden und wird als Terroranschlag angegangen, bei dem das Leben vieler Menschen in Gefahr ist, während der Mörder eigentlich nur ein einziges Leben zerstören will.

… und natürlich gibt es auch den Psychopathen mit abnormalen sexuellen Vorlieben, der sich hinter seinem sozialen Status verbirgt.

Alle Geschichten sind fesselnd und voller schockierender Details, aber nichts scheint übertrieben. Jeder Mörder ist auf den ersten Blick, nach äußerem Anschein, ein ganz normaler Mensch, der durchaus euer Nachbar von nebenan sein könnte.

Aktuell scheint die Serie beendet zu sein: Alex steht kurz vor der Pensionierung, und Fredrika muss, auf sich allein gestellt, für ihre Kinder sorgen.

 

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a faint cold fear thrills through my veins ... william shakespeare