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hallgrim – der adler

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zu der Serie & mehr

I’m a roamer in time … I travel alone throughout an endless journey …

Misen: Forgiveness (Titelmusik)

Der Adler

Hallgrim ist noch recht jung, erst in seinen 30ern, aber trotzdem schon ein wichtiger Player in Dänemarks Polizeiorganisation. Er ist clever und seine Fähigkeiten erlauben es ihm, Situationen kaltblütig zu analysieren und zielgenaue Maßnahmen zu definieren. So ist es nicht verwunderlich, dass er Chef eines Spezialteams in Kopenhagen wird, das sich mit grenzüberschreitender Kriminalität in Europa beschäftigt. Er ist seiner Aufgabe gewachsen. Er ist wie ein Adler, machtvoll und selbstbewusst, und beobachtet alles wie aus großer Höhe, um dann plötzlich herabzustürzen und seinen Teil zur Lösung beizutragen. (Wie ich gelernt habe, wurde sein Spitzname “der Adler” in der Serie von Hallgrims zweitem Vornamen abgeleitet – wie auch immer: es passt zu seiner Arbeitsweise!)

Ansonsten ist Hallgrim immer auf der Flucht. Er hat seine Heimat Island verlassen und kann nicht einmal zurückkehren, als seine Mutter stirbt. Er beginnt mehr als eine Beziehung oder sogar Ehen, ist aber immer mehr mit seinem Job und all den Verbrechen beschäftigt als mit seiner Liebe. Selbst als er Vater des süßen Babys einer ebenfalls süßen Mutter wird, flüchtet er … Er vermeidet es, seinen Vater zu treffen, hilft ohm aber immer wieder, wann immer er in Schwierigkeiten ist – und sein Vater ist immer in Schwierigkeiten, meist Schwierigkeiten mit kriminellem Hintergrund. Hallgrim hat kein Zuhause, nur Orte, an denen er schläft – meistens in einem Hotelzimmer. Er ist unruhig und wirkt menschlich unausgegoren – vor allem, wenn man sein Privatleben mit seinen beruflichen Fähigkeiten und seiner Karriere vergleicht.

Am Ende kehrt Hallgrim nach Hause zurück, um in einer leitenden Position bei der isländischen Polizei zu arbeiten. Die Albträume, die ihn seit seiner Kindheit und Jugend verfolgen, werden sich zu diesem Zeitpunkt auflösen. Wird Hallgrim die Chance auf ein ruhiges Leben bekommen? Niemand weiß es, denn es gibt nur diese drei Staffeln.

Während Hallgrim sein Team in Richtung Island verlässt, steht das Team selbst vor dem Aus. In den letzten Folgen kann man den langsamen Zerfall mitverfolgen: Das Team für grenzüberschreitende Kriminalität scheint für die Chefetage nicht mehr von Interesse zu sein. Ein Kollegin wechselt in eine andere Abteilung. Ein anderer Kolleg wird getötet. Es gibt da noch die traurige Geschichte von einem Kollegen, der einmal zu schnell geschossen hat … Die Leiterin des Teams wird in den Ruhestand gehen.

Was macht diese Serie so außergewöhnlich?

Es wird ein temporeiches Leben mit vielen Verbrechen gezeigt. Die Serie versucht, dieses Gefühl einzufangen und eilt von Tatort zu Tatort. Das Team und Hallgrim werden mitgenommen – und die Kamera macht einen sehr guten Job, ebenso wie der Cutter. Man spürt die Energie der ganzen Unternehmung, die sowohl das Berufs- als auch das Privatleben verbindet. Niemand kann sich der Hektik entziehen: weder das Team noch der Zuschauer.

Das Hauptziel des Teams ist die Untersuchung von grenzüberschreitenden Verbrechen. Das kann Menschenhandel, Drogenhandel, Geldwäsche, Terrorismus, Mord … sein. Oft sind mächtige Menschen beteiligt, die der Strafverfolgung und der Justiz mehr als einmal entkommen sind. Es ist ein gefährliches Spiel. Moderne Verbrecher, die an der Spitze von kriminellen Organisationen stehen, zögern nicht, Gewalt anzuwenden, wenn ihnen die Polizei zu nahe kommt und ihre Geschäftsgeheimnisse enthüllt.

Es scheint mit einem eher einfachen Verbrechen zu beginnen … und plötzlich gibt es Verbindungen, es gibt mehr Verbrechen, es gibt Zusammenhänge, die das Team langsam aufdeckt. Natürlich gibt es einen Computer-Nerd, der all die riskanten Deep-Dives in Datennetze, ob öffentlich oder privat, managt. Außerdem gibt es eine Forensikerin, die mit ihren Pflichten als alleinerziehende Mutter und den Herausforderungen ihres geschiedenen Mannes zu kämpfen hat. Ein erfahrener Ermittler muss sich nebenbei um seine Frau und seine Familie kümmern, als seine Frau dem Tode nahe kommt. Hallgrims Freund aus Armeezeiten von einem Spezialeinsatz im Nahen Osten ist mehr als einmal ein echter Freund, der einen Teil der Last übernimmt. … und da ist auch noch eine junge Karrieristin, die eine Beziehung mit Hallgrim beginnt, während sie auf ihre Chance wartet, irgendwo bei der Polizei oder beim Geheimdienst eine wichtige Führungsposition zu übernehmen. Es ist ein bunt zusammengewürfeltes Team mit vielen Fähigkeiten und viel privatem Stress.

Trotz aller Widrigkeiten der Fälle ist Hallgrim geradlinig und folgt seinem Instinkt, wenn er ein Verbrechen wittert. Andererseits hat er ein Schwäche für Frauen – alle Frauen. Er kann sich immer auf sein Team verlassen – abteilungsübergreifende Streitigkeiten sind im Vergleich zu anderen Serien selten. Entscheidender ist der politische Aspekt, denn mächtige Leute in der Verbrechensbranche haben auch mächtige Freunde in der Politik. Das Spezialteam hat eine enge Verbindung zum Justizministerium, was aber auch bedeutet, dass das Ministerium ihre Aktionen genauestens überwacht, um schlechter Presse zuvorzukommen.

Die Serie wurde in den Jahren 2004-2006 erstellt. Man merkt es nicht. Als ich die Serie vor einigen Wochen während des langen Corona-Winters im Binge-Watching-Modus noch einmal schaute, war ich überrascht, wie neu, aktuell und spannend die Geschichten auch heute noch rüberkommen.

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a faint cold fear thrills through my veins ... william shakespeare